Geschäftsidee: SaaS Lösung für Abo Commerce Anbieter

Julian —  2. February 2012 — 2 Comments

Trend Abo Commerce

Deutsche Startups hat jetzt ja schon mehrfach Abo Commerce als neuen großen Trend in der Startup Szene ausgemacht. Wenn ich mich recht erinnere hat das ganze vor einigen Jahren mit Blacksocks, einem Abo Service für Männersocken angefangen und inzwischen gibt es das ganze wahrscheinlich für fast alle Bereiche des Lebens. So liefert Glossybox Schminke, der ChicChickClub Schuhe und es gibt Abos für Steaks, WindelnLebensmittel oder Tampons.

Ich finde das eine nützliche Sache. Für den Konsumenten ist es eine Vereinfachung des täglichen Lebens, weil man weniger an bestimmte Dinge denken muss und dem Anbieter beschert es einen kontinuierlichen und besser zu prognostizierenden Cash Flow, weil er seine Abos einfach in die Zukunft hochrechnen kann. Ich gehe deswegen davon aus, dass der Trend sich fortsetzen wird und dann immer mehr Anbieter auf diesen Zug aufspringen wollen. Sie stehen dann alle vor der Frage, wie sie das technisch umsetzen wollen.

Mietlösung für Abo Commerce

Aktuell nehme ich an, dass wie in den frühen Tagen der Onlineshops auch, die Anbieter mangels vorhandener Software wohl eigene Lösungen implementieren (lassen) werden. Entweder komplett individuell oder als Erweiterungsmodule für bestehende Shopsysteme. Für Magento und OXID gibt es auch schon die ersten, einfachen Module zur Verwaltung von Abonnements.

Da es sich um einen vergleichsweise neuen Trend mit noch wenig Konkurrenz handelt, kann man seine Artikel noch mit einem Aufpreis gegenüber dem normalen Ladenpreis verkaufen. Und durch den zusätzlichen Komfort kann man den Preisaufschlag auch begründen. Je mehr Anbieter aber auf diesen Zug aufspringen, desto größer wird der Wettbewerb, desto kleiner werden die Margen und desto größer wird die Nachfrage nach einfach zu implementierenden Softwarelösungen für dieses Thema. Zusätzlich werden wohl auch normale Anbieter Abonnements anbieten. Weniger wegen des neuen und trendigen Geschäftsmodels, sondern einfach weil sie es können und dadurch ein zusätzliches Umsatzpotential sehen. Amazon bietet auf seine Artikel im sogenannten Spar-Abo sogar einen Rabatt von 10% auf den regulären Verkaufspreis.

Die Idee besteht in einer spezialisierten Mietlösung zur Umsetzung eines Abo Commerce Angebots, ähnlich wie man aktuell bei Amazon, Shopify oder Tradoria Rakuten in sehr kurzer Zeit einen Shop aufsetzen kann. Man erstellt dort seinen Aboshop, legt die – in der Regel wenigen – Produkte an, die man anbieten möchte und definiert die verschiedenen Abozyklen in denen versendet wird, sowie alle weiteren notwendigen Parameter.

Herausforderungen des Abo Commerce

Der Dienst übernimmt dann die komplette technische und organisatorische Abwicklung des Abos, insbesondere die Verwaltung der Abonnenten, inklusive Neuanmeldungen, Kündigungen oder Wechsel zwischen den verschiedenen Modellen oder Stufen. Ebenso erfolgt die komplette Zahlungsabwicklung über den Dienst.

Auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht, als ob man eine bestehende Shoplösung einfach um Funktionen für die Abonnements erweitern kann, glaube ich, dass es doch eine größere Herausforderung ist als man denkt und deswegen eine eigene Abo Plattform Chancen gegen die etablierten Shopanbieter hat. Bedenken müsste man beispielsweise die verschiedenen Abschlusszeitpunkte der Abonnements und damit auch die daraus entstehenden Kündigungsfristen. Kann der Kunde während des laufenden Abos in eine andere Stufe wechseln? Falls ja nur in ein größeres Paket oder auch in ein kleineres Abo? Gilt dieser Wechsel nur für den nächsten Monat oder ab jetzt für alle weiteren Lieferungen? Gibt es die Möglichkeit einen Abozyklus  zu pausieren, ggf. wie oft pro Jahr kann pausiert werden?

Auch in der Zahlungsabwicklung ergeben sich durch die regelmäßigen Abbuchungen neue Herausforderungen. Kreditkarten haben beispielsweise nur eine begrenzte Laufzeit und irgendwann kann davon nicht mehr eingezogen werden. Das Abo läuft aber weiter und es entstehen weitere Forderungen. Ähnliches gilt für den Bankeinzug, bei einer einmaligen Zahlung liegt die Wahrscheinlichkeit das ein Girokonto die notwendige Deckung aufweist ungleich höher als bei der einer Abbuchung nach 36 Monaten. Dadurch ergeben sich im Forderungsmanagement neue und komplexere Prozesse als in einem normalen Shop.

Monetarisierung

Das scheint mir eine sehr einfache Sache zu sein: Der Anbieter der Plattform erhält analog zu den normalen Mietshop-Lösungen eine monatliche Grundgebühr und/oder einer prozentuale Beteiligung am Umsatz.

Was haltet Ihr von der Idee? Bitte stimmt ab und schreibt Eure Meinung oder was Ihr anders machen würdet in die Kommentare.

(Foto CC von ceonyc)

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2 responses to Geschäftsidee: SaaS Lösung für Abo Commerce Anbieter

  1. Das ging ja schnell, heute im Best Practice Business Blog:
    http://www.best-practice-business.de/blog/?p=26247

    Und hier die Website: http://member.ly/

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  1. Geschäftsidee: Individuelle E-Commerce Abos | jhein.de - 14. April 2012

    […] Die Idee ist mir schon gekommen während ich die letzte Idee zusammengeschrieben habe, die SaaS Lösung für Abo Commerce Anbieter. Warum nicht die Macht über das Abo in die Hand der Kunden legen? Warum sollen sich die Käufer […]

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