Nachdem sonst bei jeder Kleinigkeit die Facebook oder Google an seinen Plattformen ändert ein Aufschrei durch die schlecht informierte Social Media Meute geht, ist es dieses Mal erstaunlich ruhig. Dabei hat Facebook meiner Meinung nach gerade einen ziemlichen Hammer aus dem Sack gelassen:

Wie heise online und die Süddeutsche Zeitung berichten, werden bei Facebook die privaten Nachrichten zwischen Nutzern automatisiert auf verdächtige Inhalte gescannt. Sollte der Filter ein Gespräch finden, dass gemäß früherer Chatprotokolle zu einem Verbrechen passen könnte, wird ein Facebook Mitarbeiter verständigt, der dann entscheiden kann, ob er proaktiv auf Ermittlungsbehörden zugeht. Aktuell wird das nach Angaben von Facebook  vor allem für sexuelle Übergriffe auf Minderjährige gemacht und nur wenn Facebook annimmt, dass sich die Personen nicht aus dem realen Leben kennen.

Ich finde es trotzdem höchst bedenklich, wenn sich ein privates Unternehmen herausnimmt einen eigenen Auftrag zur Aufklärung oder gar Verhinderung von Straftaten zu haben. Klar muss ein Kommunikationsunternehmen auf richterliche Anordnung die entsprechenden Protokolle rausrücken, aber auf eigene Veranlassung hin und sogar gezielt danach suchen, das geht meiner Meinung nach gar nicht. Natürlich kann Facebook in seiner Plattform letztendlich machen was Facebook will, aber an dieser Stelle halte ich das Vorgehen letztendlich für eine Täuschung, da man vorgaukelt, dass diese Nachrichten wirklich privat seien. Ich habe schon immer die Devise, dass ich Facebook keinen Content liefere, den ich nicht morgen auf einem DIN A0 Plakat vor meiner Haustüre finden will. Man muss sich ab jetzt nur daran erinnern, dass das auch für die Nachrichten und Chats gilt.

Für Frequent Flier gibt es inzwischen ja schon eine Vielzahl an Services, wie die verschiedenen Foren, hunderte von Blogs oder Infodienste und verschiedene Meilenverwaltungstools. Neu scheint mir allerdings die Idee, dem Frequent Flier die lästige Arbeit bei der Buchung von Prämienflügen abzunehmen.

Aus der New York Times:

Any traveler who has tried to use frequent flier miles for a free ticket knows how frustrating that process can be. On top of the blackout dates and limited availability, there are fees for everything from fuel surcharges to last-minute bookings.

Spotting an opportunity, a handful of frequent flier fanatics are using their expertise to hunt down and book those award seats for you. “When you do this all day you begin to know which routes have availability, and the ins and outs of the computer systems,” said Gary Leff, a mileage hound who started BookYourAward.com about three years ago. Business has been so brisk he recently took on a partner.

(via, Bild CC)

Die Links zum Sonntag

Julian —  15. July 2012 — Leave a comment

Hier die interessantesten Links über die ich diese Woche gestolpert bin:

Praktiker, Promarkt, Neckermann ringen ums Überleben

Der Strukturwandel im deutschen Einzelhandel geht weiter. Nicht alle Händler halten dem Wettbewerbsdruck stand und kämpfen derzeit ums Überleben – allen voran Praktiker, Promarkt und Neckermann.

Wie Sie einen Anzug zusammenlegen (ohne Falten) » ToolBlog

Wirklich gute Methode, wie man den Anzug ohne Falten in den Koffer bekommt.

You screwed up. What are the four secrets to a good apology? – Barking up the wrong tree

Auch im Geschäftsleben kann mal etwas schief gehen und man muss sich bei Kunden, Mitarbeitern oder Partnern entschuldigen. Wie geht das am wirkungsvollsten?

Schönes Wochenende,
Julian

“Giving something a name can be just the same as inventing it.”

Brian Eno

Brian Eno

Es ist nicht die Idee an sich, sondern die Ausführung, die den Unterschied macht:

In fact, execution is probably one of the biggest competitive advantages that startups typically overlook. Investors would always rather have an “A” entrepreneur with a “B” idea than a “B’ entrepreneur with an “A” idea. This is why investors always rate the management team as the key criteria they use to decide where to invest their funds. Ideas don’t make profitable businesses. Management teams that successfully execute their ideas make all the money.

For example, a discount airline is not an innovative concept. Major companies such as United and Delta have tried to execute this many times. Only Southwest has figured out how to make a low-cost, point-to-point airline profitable. While the idea is not unique, the successful execution is rare. This is why “first-mover advantage” may not be an advantage at all. Competition is a valuable thing. Examining the successes and failures other people made with the same idea will always help execution.

(via)

Apple, Google, Facebook, Amazon dominieren die Nutzung im Internet. Das Video gibt einen Überblick über Strategien und Geschäftsmodelle der “Großen Vier” und deren Bedeutung für die Nutzer:

Achtung, hier kommt der verzweifelte Versuch das Kondomthema von gestern mit dem dem Thema Preisdifferenzierung von letzter Woche unter einen Hut zu bringen:

Magnum Kondome sind gar nicht größer als normale Kondome, nur etwas teurer. Im Prinzip sprechen sie nur das Ego ihrer männlichen Käufer an und können dadurch teurer als die normalen Modelle verkauft werden.

William Poundstone, der Autor von”Priceless: the Myth of Fair Value and How to Take Advantage of It” schreibt in seinem Blog:

Jim Daniels, vice-president of marketing for Trojan, confessed to the New York Times that Magnums are basically the same size, just a little wider in the middle. 

Und in dem  NY Times Artikel steht:

For all the connotations, however, it turns out that Magnum is not so large. It is the same length as standard condoms, with the same circumference at its base, Mr. Daniels said. “Some people feel more comfortable with that width, but you don’t have to be an overly endowed man to use a Magnum and enjoy it,” he added.

Preisdifferenzierung in Perfektion. Der Anbieter bekommt für die gleiche Menge Material einen höheren Preis und der Käufer fühlt sich besser, weil er ja die größeren Modelle braucht.

(schamlos geklaut von; Bild unter CC von notbrucelee)

Noch ein interessantes Abo Commerce Model, leider nur in den USA:

Lucky Bloke’s condom subscription service delivers condoms in six-packs straight to your house. Mix and match them to create your own personal collection of tried and true favorites, new products, or a bit of both. Lubricant can be added as well. Your custom assortment will arrive, discreetly packaged, each month. You can set it and forget it – or login in to your Account Dashboard on the website to easily change your subscription.

Die Weltrettung funktioniert übrigens, indem 10% der Einnahmen an Hilfsorganisationen gespendet werden.

Die Links zum Sonntag

Julian —  8. July 2012 — Leave a comment

Hier die interessantesten Links über die ich diese Woche gestolpert bin:

law blog» Archiv » Gebrauchte Software darf verkauft werden

Endlich wurde das mal geklärt. Ich hab eh noch nie verstanden, was eine Software von einem Buch o.ä. unterscheidet.

Mainstream statt Avantgarde: Twitter demontiert seine Plattform, weil es sich dies leisten kann » netzwertig.com

Interessante Analyse zur Strategie von Twitter.

Schönes Wochenende,
Julian

“Make every detail perfect and limit the number of details to perfect.”

Jack Dorsey

Jack Dorsey