“Bitte entschuldigen Sie den langen Brief, ich hatte keine Zeit, einen kurzen zu schreiben”
Anhand der Wortwahl von Menschen kann man erkennen, wie gut es bei ihrem Arbeitgeber läuft. Das ist zwar jetzt nicht total überraschend, verrät aber, ähnlich wie Körpersprache doch einiges:
Wer zu seiner Firma “die Firma” sagt und für die Kollegen “sie” oder “die” benutzt, arbeitet wahrscheinlich in einem Umgebung mit sehr geringer Arbeitsmoral und einer hohen Mitarbeiterfluktuation. Wer hingegen “unser Büro”, “unsere Firma” und “wir” sagt ist wahrscheinlich viel zufriedener mit seiner Arbeitsumgebung. Sehr wahrscheinlich engagierte er sich stärker und fühlt, dass er sich in der Arbeit verwirklichen kann.
Aus dem Buch The Secret Life of Pronouns: What Our Words Say About Us
Management consultants sometimes distinguish among I-companies, we-companies, and they-companies. To get a rough idea of an organization’s climate, they ask employees to talk about their typical workday. If employees refer to “my office” or “my company,” the atmosphere of the workplace is usually fine. People working in these I-companies are reasonably happy but not particularly wedded to the company itself. However, if they refer to “our office” or “our company,” pay special attention. Those in we-companies have embraced their workplace as part of their own identities. This sense of we-ness may explain why they work harder, have lower employee turnover, and have a greater sense of fulfillment about their work lives. And be very concerned if an organization’s employees start calling it “the company” or, worse, “that company” and referring to their co-workers as “they.” They-companies can be nightmares because workers are proclaiming that their work identity has nothing to do with them. No wonder consultants report that they-companies have unhappy workers and high turnover.
(via Philipp Moder, Phocus DC)
In den letzten Tagen hab ich mich mal wieder intensiver mit dem Scannen auseinander gesetzt, da ich drei Kisten mit alten Fotos von meinen Großeltern bekommen habe, die ich digitalisieren wollte. Natürlich ist die Qualität bei einem Einzugsscanner nicht so gut wie einem Flachbett Model oder gar einem Dia, bzw. Negativ Scanner. Aber um das ganze sich im privaten Bereich hin und wieder anzusehen, reicht es locker. Zumal ich auch keine 2.000 Bilder einzeln auflegen wollen würde. Mit dem Durchzug geht das dann doch ganz gut.
Normalerweise scanne ich nur Textdokumente, die dann als PDF abgespeichert werden, also habe ich für die Bilder ein eigenes Scanprofil angelegt:
- Speichern: Nicht in der Dropbox, sondern einem anderen Ordner und Name als imgXXX.jpg
- Bildqualität: Hervorragend (Farbe/Grau: 600dpi)
- Farbmodus: Farbe
- Scan-Seite: Simplex (einseitig)
- Dateiart: JPEG
- Papier: Automatische Erkennung
- Dateigröße/Komprimierung: 2 (eine Stufe besser als normal)
Ich habe gelesen, dass analoge Bilder eigentlich auch nur eine Auflösung von maximal 300dpi haben und deswegen auch 300dpi in der Regel reichen würden. Es sei aber besser, wenn man 600 nimmt. Ich habe das ehrlich gesagt nicht sehr lange ausprobiert. Es sah mit 600dpi gut aus und die Bilder liegen so bei 400 bis 700kB pro Datei. Also völlig akzeptabel.
Zum eigentlichen Scanvorgang gibts nur ein paar Minihacks, mit denen man sich das Leben etwas leichter machen kann: Zum einen werden die Bilder etwas gleichmässiger durchgezogen, wenn man sie hochkant einlegt. Dadurch sind sie “länger statt breit” und das gleitet besser über die Rollen. Alte Fotos kleben oft etwas zusammen und das führt fast immer zu einem Abbruch des Scans, also vor dem Einlegen sicherstellen, dass sie nicht anhaften. Und zuletzt werden sie zuverlässiger eingescannt, wenn man sie ein bisschen auffächert und so einlegt:

Mir ist noch aufgefallen, dass die Software nicht mehr reagiert, wenn man Bilder in einen anderen Order kopiert, bevor ein Scanvorgang komplett abgeschlossen ist. Man sollte also warten, bis der ganze Stapel durch ist und die Bilder erst dann woanders hin kopieren. Am Mac geht das einfach, indem man alle neuen Bilder kopiert und dann die Finderfunktion “Neuer Ordner mit Auswahl” (CTRL-CMD-N) benutzt, dann den Ordnernamen eingeben und fertig.
Nachbearbeitet habe ich nichts, nur ggf. noch gedreht. Das geht direkt im Finder. Mit CMD-O öffnen, mit CMD-R oder CMD-L drehen und dann mit CMD-W schliessen und speichern. Wäre nett, wenn man das automatisieren kann, aber ich kenne da keine Software, die erkennt ob jemand auf dem Kopf steht. Nette Idee wäre es ja.
Wer eine Immobilie verkauft, muss den Gewinn, also den Unterschied zwischen Verkaufspreis und den um die Abschreibungen geminderten Kaufpreis versteuern. Logisch, insbesondere da es Leute gibt, die von Immobilien leben und letztendlich ist das ein Einkommen wie viele andere. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, wie man die Spekulationssteuer vermeiden kann. Die bekanntest davon ist, die Immobilie erst nach 10 Jahren zu verkaufen. Das Finanzamt geht dann davon aus, dass das kein Spekulationsgeschäft war.
Daneben gibt es aber noch zwei weitere, wesentlich weniger bekannte Möglichkeiten in §23 EStG. Und zwar wird auch dann keine Spekulationssteuer fällig, wenn man
- die Immobilie im gesamten Zeitraum zwischen Kauf und Verkauf ausschließlich selbst genutzt hat oder
- zumindest im Jahr der Veräußerung und den beiden Jahren davor ausschliesslich selbst genutzt hat
Wenn man also eine Eigentumswohnung kauft, selbst darin wohnt und sie nach 2 Jahren wieder verkauft, dann bleibt der Gewinn steuerfrei. War mir neu.
Hier die interessantesten Links über die ich diese Woche gestolpert bin:
Unsere Mütter, unsere Fehler | saschalobo.com
Sascha Lobo analysiert warum die Netzgemeinde es nicht geschafft hat das Leistungsschutzrecht und andere digitale Fails der letzten Wochen zu verhindern. Ich finde er hat recht und wenn Ihr nur einen Link aus der Liste aufruft, dann bitte diesen.
Coffitivity – Increase Your Creativity!
Wer es gewohnt ist bei Starbucks oder in irgendeinem anderen Cafe zu arbeiten und plötzlich in einem Büro sitzen muss, kann sich mit dieser Website zumindest die Umgebungsgeräusche nach Hause. Angeblich gibt es Studien, die sagen dass das die Kreativität beflügelt. Ich probiere es gerade aus.
Sascha Lobo: Google ist wie ein gekränkter Schimpanse – SPIEGEL ONLINE
Jetzt muss ich ihm schon wieder recht geben: Google verhält sich wie ein gekränkter Schimpanse, der gerade alles macht, um sein erfolgloses Google+ in die Welt zu prügeln. Sogar den Reader dicht machen, weil der zu erfolgreich war.
Schönen Sonntag,
Julian
“If you’re going through hell, keep going.”
Fast unbemerkt hat der Bundestag gestern ein Gesetz beschlossen, nach dem Behörden über eine automatisierte Schnittstelle persönliche Daten von Kommunikationsteilnehmern abfragen können. Teilweise sogar ohne Richtervorbehalt. So kann die Polizei beispielsweise schon bei einer einfachen Ordnungswidrigkeit, völlig unkontrolliert, die Inhaberdaten einer IP Adresse oder eine Handynummer abfragen. Nur wenn dabei ein Zugangssicherungsdaten, wie PIN oder PUK mitgeliefert werden sollen, muss noch ein Richter drübersehen. Und das ganze wird völlig automatisch gehen, denn die großen Provider werden verpflichtet entsprechende Schnittstellen einzurichten, was theoretisch ja auch Massenabfragen möglich macht.
Taktisch geschickt wurde das ganze, während die Presse nur über Zypernkrise berichtet, fast lautlos umgesetzt. Im übrigen mit den Stimmen von CDU, CSU, FDP und der SPD. Nur die Grünen und die Linke hat dagegen gestimmt:
Bestandsdatenauskunft: Bundestag beschließt morgen Schnittstelle zur Identifizierung von Personen im Internet (netzpolitik.org)
Kein Richtervorbehalt für IP-Adressen. So sollen deutsche Behörden zukünftig die Inhaber von Telefonnummern und IP-Adressen vollautomatisiert abfragen können – ganz ohne Richtervorbehalt. Datenschützer hatten das immer kritisiert und gefordert.
Mobiles Banking: Regierung verschafft sich Zugriff auf PIN-Codes der Bürger (DWN)
Rein theoretisch kann die Bundesregierung einen Bank-Run ab heute schon im Keim ersticken: Der Bundestag beschließt heute ein neues Gesetz. Demzufolge sind Telekom-Anbieter verpflichtet, den Behörden die PINs und PUK der Bürger auszuhändigen. Dazu soll eine elektonische Schnittstelle geschaffen werden – also die direkte Einwahl für die Regierung in die Kommunikation der Bürger.
Mobilfunk-Überwachung – Von wegen streng geheim (taz.de)
Behörden sollen künftig leichter Zugriff auf die Bestandsdaten von Handynutzern haben. Dazu gehören etwa Name und Adresse vom Inhaber eines Anschlusses, PIN und PUK und auch die IP-Adresse, mit der sich das Telefon ins Internet einbucht. So sieht es ein Gesetzentwurf vor, der am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden soll. Am Mittwoch hatte bereits der Innenausschuss das Vorhaben gegen die Stimmen von Grünen und Linksfraktion gebilligt.
Bundestag regelt Zugriff auf IP-Adressen und Passwörter neu (heise.de)
Der Bundestag hat am Donnerstagabend den Regierungsentwurf zur Reform der Bestandsdatenauskunft mit der Änderungsempfehlung aus dem Innenausschuss mit den Stimmen der Regierungsfraktionen und der SPD verabschiedet. Die umstrittene Initiative regelt, unter welchen Bedingungen Ermittler von Bundesbehörden Informationen über Anschlussinhaber wie Name oder Anschrift manuell bei Telekommunikationsanbietern abfragen dürfen.
Und dazu passt auch gut das hier:
Bundestag verkauft Bürgerrechte in nur 57 Sekunden (welt.de)
Ein Video entlarvt die Heuchelei der Politik: Die Abstimmung darüber, dass Meldeämter alle Bürgerdaten an Adresshändler und Werbetreibende weitergeben dürfen, ist ein Tiefpunkt des Parlamentarismus.
Das scheint zur Zeit im Trend zu liegen. Immer wenn gerade niemand richtig aufpasst, also bei Weltmeisterschaften oder wenn gerade andere Krisen die Nachrichten verstopfen, kratzt der Bundestag ein bisschen an unseren Bürgerrechten. Können wir nur hoffen, dass das Bundesverfassungsgericht ihnen das wieder um die Ohren haut.
(via netzpolitik.org und Werner Steckmann)
Neulich hatte ich mal kurz die Bartender App empfohlen, mit der sich am Mac Ordnung in die Statusleiste bringen lässt und dabei einen Screenshot meiner Leiste gepostet. Da mich Andreas in einem Kommentar gebeten hat, doch mal kurz die Apps aufzulisten, mache ich das hiermit:
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Fangen wir mal mit der Bartender Bar an (untere Leiste von links nach rechts):
- TextExpander: Zum Einfügen von Texttemplates, wie Signatur oder Adressen
- Ticke-Tack: Hintergrundbilder inkl. Fuzzy Clock
- Hazel: Workflow für Files
- Growl: Braucht man das noch?
- Dropbox: Wir aber vielleicht durch OwnCloud ersetzt
- Better Touch Tool: Gesten und Tastatur Shortcuts
- Alfred App: Spotlight Ersatz und App Launcher
- TimeMachine
- Bluetooth
- Bartender Config
Und in der normalen Status Leiste (obere Leiste von links nach rechts):
- Bartender App: Blendet die Zweitleiste ein
- OwnCloud: Ersatz für Dropbox und aktuell im Testbetrieb
- GeekTool: Anzeigen von Shellscripten auf dem Desktop; Mini Monitoring
- PathFinder: Ersatz für den Finder
- Cobook: Besseres Adressbuch
- Viscosity: OpenVPN für den Mac
- RescueTime: Timetracking
- iStat Menues: Temperatur, Memory, CPU, Netzwerk, Uhr inkl. Kalenderwoche
- Schlüsselbundverwaltung
- Ton
- Spotlight
- Notification Center: habe ich mit Bartender ausgeblendet
Einige der Apps hab ich schon mal vorgestellt, für die anderen werde ich das noch nachholen. Ein paar der Programme fliegen aber in Zukunft auch sehr wahrscheinlich wieder raus: Dropbox, wenn der Test mit OwnCloud erfolgreich ist und die Schlüsselbundverwaltung brauch ich nicht mehr, weil ich das Sperren einfach auf einen Shortcut gelegt habe. Manche Icons verwende ich nie, die werden dann mit Bartender einfach ausgeblendet, damit sie keinen Platz wegnehmen.
Heise hatte gestern eine Meldung “Facebook löscht Kirchenkritik von Radiomoderator Domian“. Krass, oder?
Nein, Spass beiseite, das Thema interessiert mich nicht die Bohne, aber ich finde es interessant, wie viele Menschen auf so etwas reagieren und dabei immer reflexartig das Wort “Meinungsfreiheit” in den Mund nehmen. Dabei wüsste ich nicht, was weniger mit Meinungsfreiheit zu tun hat, als eine amerikanische Privatfirma, die eine Internetsite betreibt.
Leider muss ich den Inhalt des Artikels ganz kurz zusammenfassen: Domian hat wohl die Jauch Talkshow im Fernsehen gesehen, in der ein katholischer Journalist namens Martin Lohmann sich gegen die Abtreibung stark macht. Und das hat ihn so erregt, dass er sich dazu öffentlich äußern musste. Verärgert, aber noch vergleichsweise zivilisiert, denn die schlimmsten Wörter waren wohl “missionarischer Durchfall” und “Bullshit” hat er einen Beitrag auf seiner Facebook Seite gepostet. Über dieses Statement haben sich anscheinend wiederum andere Leute so aufgeregt, dass sie das an Facebook gemeldet haben, die dann ihrerseits diesen Post und noch andere seiner Posts zur Homo-Ehe und dem neuen Papst gelöscht haben. Soweit so gut.
Nachdem das nun hochgekocht ist, hat sich Facebook entschuldigt und erklärt, dass die Löschung ein Fehler des “User-Operation-Teams” gewesen sei. Die gehen Meldungen von Nutzern nach und löschen gegebenenfalls anstößige Kommentare, Hass-Reden oder Mobbing-Aufrufe, seien hier aber über das Ziel hinaus geschossen.
So jetzt kommt endlich der spannende Teil, denn der Artikel schließt mit dem Satz:
“In jedem Fall bleibt die Erkenntnis, dass auf Facebook die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und löschenswerter Hass-Rede allein im Ermessen des Reporting-Teams liegt.”
Da möchte ich, fast genauso reflexartig, zurückrufen:
“Ja bei wem den sonst?”
Ich bin fast ein bisschen entsetzt, wie man als Journalist so etwas schreiben kann, aber dieser Trugschluss passiert vielen Leuten. Facebook ist eine rein private Website von einer rein privaten Firma. Die können da machen was sie wollen und ich finde es seltsam das mit “freier Meinungsäußerung” in Verbindung zu bringen. Nirgendwo ist man weiter davon entfernt als bei Facebook. Meinungsfreiheit ist ein Recht im Verhältnis Staat und Bürger. Der Staat darf die freie Meinungsäußerung nicht beschneiden. Im privaten Bereich darf man das sehr wohl:
Ein Restaurant kann einen Gast verbieten, seine Meinung über den Service kund zu tut, eine Website darf jederzeit Posts löschen, wenn sie dem Betreiber nicht gefallen und eine Zeitung darf den Abdruck eines Artikels verweigern, wenn der Inhalt der Chefredaktion nicht schmeckt. Um also in der Sprache Domians zu bleiben: Jeder Mensch darf privat auf die freie Meinung andere scheissen und sogar versuchen sie zu unterdrücken. Beispielsweise durch Löschung.







