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Wie man gut schreibt

Julian —  15. March 2013 — 4 Comments
  1. Alliterationen auslassen. Allezeit.
  2. Fuck Anglizismen!
  3. Denk Dir keine Sätze, die das Prädikat zerteilen, aus.
  4. Achte auf korekte Orthographie, und Interpunktion
  5. Meide das Klischee wie der Teufel das Weihwasser. Aber das ist ein alter Hut.
  6. Vergleiche sind schlimmer als Klischees.
  7. Am allerschlimmsten sind Superlative.
  • Achtens: Halte Aufbau und Stil durch.
  1. Sei mehr oder weniger spezifisch.
  2. Kein Mensch mag allgemeine Behauptungen
  3. Sei nicht redundant und benutze nicht mehr Wörter als nötig, denn das ist total überflüssig.
  4. Wer braucht rhetorische Fragen?
  5. Übertreibung ist eine Million mal schlimmer als Untertreibung.
  6. Aufzählungen mit mehr als 10 Punkten werden unübersichtlich.

(geklaut von)

Gestern bin ich durch Facebook auf die Kampagne “Dump Dropbox” aufmerksam geworden. Da gibt es eine Website und eine Facebook Seite auf der jemand die Nachteile von Dropbox auflistet, auf die Schwächen des Service hinweist und eine Menge negative Artikel zu Dropbox zusammengetragen hat. Obwohl das inhaltlich meiner Meinung nach alles richtig ist, kann man auf der Facebook Seite sehr gut sehen, wie das nach hinten losgeht. Alle Posts von anderen Usern, die eine Meinung zum Ausdruck bringen, schreiben ausschliesslich positiv über Dropbox. Ebenfalls komisch ist, dass nirgendwo der Urheber dieser Aktion angegeben ist. Ich weiss ja nicht, ob man in den USA kein Impressum braucht, aber trotzdem wirkt das schon sehr seltsam. Wenn man so etwas macht, sollte man wenigstens die Eier haben, seinen eigenen Namen dazu zu schreiben. Kommt ja eh raus.

Mir geht es genauso, wie einer der Kommentatoren auf der Facebook Seite: Selbst wenn das Produkt kostenlos und hundertmal besser ist als das von Dropbox, würde ich es doch nicht nutzen. Mit einem solchen Stil disqualifiziert man sich einfach selbst. Genauso halte ich es auch in persönlichen Gesprächen: Man darf – bis auf ganz wenige Ausnahmen – niemals die Konkurrenz schlecht machen. Das geht fast immer nach hinten los. Aber warum? Ich denke es wirkt einfach feige, wenn einem nichts besseres einfällt.

Aber was wären gute Alternative, wenn man sich vergleichen will oder sogar muss, weil der Kunde einen danach fragt? Man kann charmant die Antwort verweigern, so tun als kenne man die Schwächen nicht oder die Frage geschickt überhören. Erfahrene Leute machen es am besten einfach wie Politiker und antworten mit etwas, was gar nicht zur Frage passt. Beispielsweise mit den eigenen Stärken. Wenn man lange genug redet, merkt der Gesprächspartner das meistens gar nicht. Und wenn einen der Andere gar nicht von der Angel lässt, dann nimmt man entweder eine ganz minimale Schwäche oder man hebt eine total banale Fähigkeit des Wettbewerbs als Stärke hervor. Am besten eine die der Kunde eh nicht braucht. “Soweit ich weiss läuft deren Software sehr gut unter HP-UX” oder so etwas in der Art.

Ich kann es mir nicht erklären, warum sich dieser Kleiderbügel (Muji, 5,50 EUR) nicht schon längst durchgesetzt hat. Höchstens, dass die findigen Japaner das Ding vielleicht als Geschmacksmuster angemeldet haben. Jedenfalls ist das mit Abstand der beste Kleiderbügel der Welt für Hemden. Warum? Weil man das Hemd aufhängen kann, ohne den obersten Knopf aufmachen zu müssen.

muji1 muji2

tt-city

Aus irgendeinem Grund bin ich ein totaler Fan von Fuzzy Clocks, die auf dem Rechner die Zeit nicht exakt (14:58) , sondern nur ungefähr (“kurz vor drei”) anzeigen. Noch bevor es Apps dafür gab, habe ich mir mal mittels Shellscript und Geektool so etwas manuell auf den Mac gebastelt. Jetzt kann man sich die Arbeit sparen, denn es gibt im Mac App Store eine kleine Anwendung namens TICKE-TACK (Kostenlos / Mehr Designs für 1,79 EUR)

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Die App blendet verschiedene Hintergrundbilder mit optisch perfekt integrierter Fuzzy Clock auf dem Desktop ein und mit dem dazugehörigen Screen Saver kann man das ganze auch als Bildschirmschoner nutzen. Zuerst sucht man sich eines der Wallpaper aus und konfiguriert dann die Sprache, in der man die Uhrzeit lesen will. Neben ganz vielen unterschiedlichen Sprachen, stehen teilweise regionale Sprachfärbung zur Verfügung. In Deutsch beispielsweise die süddeutsche (“Es ist dreiviertel zwölf”), die norddeutsche (“Es ist viertel vor zwölf”) und die schwäbische Variante (“S isch etz dreifirdl zwelfe”) zur Verfügung.

tt-sw

Mir gefällt besonders, dass der String mit der Zeit nicht nur irgendwie, sondern immer anders und passend in das jeweilige Hintergrundbild eingepasst werden. Es lassen sich auch noch Alarmtexte definieren, die statt der Uhrzeit angezeigt werden, sobald die festgelegte Zeit erreicht ist.

Heute geht es um zwei kleine Utilities, die man nur nach einem Jailbreak auf dem iPhone installieren kann, einem das Leben aber doch deutlich einfacher machen.

Einen anderen default Browser einstellen

Das erste nennt sich Browser Changer und es erlaubt es einem den default Internet Browser, normalerweise ja Safari zu ändern. Während Apple die Installation anderer Browser wie Google Chrome oder iCab mobile unterstützt, so werden doch Links aus den verschiedenen Apps immer nur im Safari geöffnet und es gibt keinen Weg das mit normalen Mitteln zu ändern. Nach der Installation des Tools kann man in den Einstellungen einfach einen anderen installierten Browser als standard setzen und alle Links werden dann dort und nicht mehr in Safari geöffnet. Neben dem Browser kann man in dem Tools auch noch Einstellen, dass man Google Maps als Standard-App für Karten haben will und dann gehen Map Links auch im Google Tool statt in der Apple eigenen App auf. Sehr praktisch.

browserchanger  nitrous

JavaScript beschleunigen

Safari benutzt auf dem iPhone eine eigene JavaScript Engine namens Nitro, die JS in nativen Maschinencode übersetzt, so dass er schneller ausgeführt werden kann. Apple erlaubt aber anderen Browsern und Apps keinen Zugriff auf dieses System, so dass sie einen langsameren Interpreter nutzen müssen. Mit dem Tweak Nitrous kann man das System so verändern, dass auch andere Browser und vor allem auch Apps, die auf JavaScript basieren die schnellere Engine nutzen können.

Die Links zum Sonntag

Julian —  10. March 2013 — Leave a comment

Hier die interessantesten Links über die ich diese Woche gestolpert bin:

Personal: Warum Sie nicht den idealen Kandidaten suchen sollten – Harvard Business Manager

Bei der Personalsuche haben Unternehmen oft höchste Ansprüche: Der Kandidat soll über ausgezeichnete Fähigkeiten verfügen, eine breite Ausbildung und viel Arbeitserfahrung aufweisen. Diese Konzentration auf den idealen Kandidaten ist falsch, viele Stellen bleiben deshalb oft für Monate unbesetzt.

Is It Time to Take a Break From Your Business? | Entrepreneur.com

“The truth is, this kind of work pace is unsustainable. Creativity suffers, resilience falters and one’s sense of accomplishment plummets. The solution? Taking a sabbatical, or a reboot break.”

Schönen Sonntag,
Julian

“Making Money is Art”

Andy Warhole

Andy Warhole

Crosspost ist eine praktische App (1,79 EUR im Mac App Store) mit der man verschiedene Twitter und Facebook Konten gleichzeitig mit Content versorgen kann. Die App zeigt ausserdem eine Vorschau wie das ganze in Facebook ungefähr aussehen wird und kann den Content im selben Arbeitsvorgang in einer kürzeren Variante für Twitter ausliefern. Der aktuelle Link aus dem Browser lässt sich ohne Umweg über Copy & Paste einfügen.

crosspostEin weiterer großer Vorteil neben der Zeitersparnis beim posten ist, dass man quasi einen Nur-Schreib-Client hat, denn man kann mit der App keinerleih Tweets oder Facebook Meldungen lesen und wird daher auch nicht davon abgelenkt. Quasi die ideale App für den engagierten Social Media Manager, den nebenbei auch noch ein bisschen was arbeiten will.

 

Ten percent of all of the photographs made in the entire history of photography were made last year — an astounding figure. More than ever before, thanks in part to cell phone technology, the world is engaged with photography and communicating through pictures.

(Quelle / via)

Im American Journal of Medical Quality wurde kürzlich eine Studie (Download im Fulltext) veröffentlicht, die eine starke negative Korrelation zwischen der Anzahl der Fans eines Krankenhauses auf Facebook und der Sterberate in diesem Krankenhaus nachgewiesen hat:

  • Facebook “likes” have a strong negative association with 30-day mortality rates. Based on the dataset, for every 93 additional Facebook “Likes,” there is a corresponding 1 percentage point decrease in 30-day mortality.
  • The number of “likes” are also positively associated with patient recommendation, although not as strongly as they correspond with 30-day mortality.

Also 93 Fans mehr “bedeuten” einen Rückgang der 30 Tage Sterberate um 1%. Aus dem zweiten Satz ergibt sich, dass dieser Zusammenhang sogar noch stärker ist, als der zwischen Fans und der Wahrscheinlichkeit dass jemand das Krankenhaus weiterempfiehlt.

Die Autoren weissen allerdings selbst darauf hin, dass nur 30 Krankenhäuser im Großraum New York untersucht wurden und die Hypothese noch weiter untersucht werden muss. Trotzdem interessant, aber auch irgendwie logisch: Wer tot ist, liked auch nix mehr.