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Computerbildschirme sind für den Tag gemacht und haben normalerweise eine ähnliche Lichttemperatur wie die Sonne. Für den Tag ist das gut so, aber Nachts schaut man normalerweise nicht in die Sonne. Und es gibt eine Vielzahl an Studien die einen Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und der Lichtfarbe von Fernsehgeräten und Computermonitoren zumindest wahrscheinlich scheinen lassen.

flux

Die App f.lux bringt das in Ordnung, indem sie die Lichtfarbe des Rechners an die jeweilige Tageszeit anpasst. Tagsüber blau und kalt wie das Sonnenlicht und nachts eher warm wie ein Lagerfeuer. Ich habe selten Schlafprobleme, aber ich habe von anderen Leuten schon gehört, dass f.lux das wirklich verbessert. Bei mir steigert die App einfach das Wohlbefinden vor dem Rechner und ich erschrecke regelmässig wie sehr der Bildschirm blendet, wenn ich das Programm mal testweise deaktiviere.

Schon alleine wegen dieses Wohlfühlfaktors würde ich sie nicht mehr missen wollen und wer Schlafprobleme hat, weil er nachts zu lange vor dem Rechner sitzt, der sollte f.lux zumindest mal ausprobieren. Kostet ja nix und gibt es für Mac, Windows, Linux und iOS Geräte. Letzteres aber leider nur mit Jailbreak.

Die Links zum Sonntag

Julian —  7. July 2013 — Leave a comment

Hier die interessantesten Links über die ich diese Woche gestolpert bin:

Bestandsdaten außer Kontrolle | G! gutjahrs blog

Richtervorbehalt und Benachrichtigungspflicht – mit diesem Kompromiss haben CDU, CSU, FDP und SPD die geplante Bestandsdatenauskunft durch den Bundestag gebracht. Wäre da nicht dieser eine, kleine Schönheitsfehler: Eine richterliche Prüfung sowie die gesetzlich vorgeschriebene Benachrichtigung finden in Deutschland schon lange nicht mehr statt.

The personal side of taking on the NSA: emerging smears | Glenn Greenwald | guardian.co.uk

Die Schmierenkampagne gegen Glenn Greenwald nimmt Fahrt auf.

How can we invest our trust in a state that spies on us? | George Monbiot | The Guardian

We should not fear some Orwellian future state where we’re subjected to total electronic scrutiny – it’s our present reality

Schönen Sonntag,
Julian

Bericht: Frankreich schnüffelt mit eigenem PRISM (heise.de)

Der französische Auslandsnachrichtendienst Direction Générale de la Sécurité Extérieure (DGSE) sammelt systematisch Informationen über die Kommunikation der Franzosen und speichert die Daten jahrelang. Das berichtet die Tageszeitung Le Monde und vergleicht das Programm mit dem jüngst enthüllten PRISM des US-Geheimdienstes NSA. Gespeichert werden demnach die Metadaten aller Telefongespräche, E-Mails, SMS und jeglicher Aktivitäten die über Google, Facebook, Microsoft, Apple oder Yahoo laufen. Diese Überwachung wäre sogar an sich schon illegal, da der DGSE nur im Ausland agieren darf, schreibt Le Monde. (…)

Wer sich jetzt denkt, dass er statt E-Mails lieber normale Briefe schreibt um sicher sein nicht überwacht zu werden, hat, zumindest in den USA auch Pech. Dort wird nämlich auch die normale Briefpost überwacht.

U.S. Postal Service Logging All Mail for Law Enforcement (NY Times):

(…) The mail covers program, used to monitor Mr. Pickering, is more than a century old but is still considered a powerful tool. At the request of law enforcement officials, postal workers record information from the outside of letters and parcels before they are delivered. (Opening the mail would require a warrant.) The information is sent to the law enforcement agency that asked for it. Tens of thousands of pieces of mail each year undergo this scrutiny. (…)

Verstecktes Mikrofon in Ecuadors Botschaft in London gefunden (heise.de):

In der ecuadorianischen Botschaft in London, in der sich seit mehr als einem Jahr der Wikileaks-Gründer Julian Assange aufhält, ist ein verstecktes Mikrofon gefunden worden. Das teilte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño am gestrigen Dienstag mit. Das Gerät habe sich im Büro der Botschafterin befunden und man sei dabei, zu untersuchen, von wem es stammen und kontrolliert werden könnte.

Google: We’re Not Even Pretending to be the Good Guys Anymore (Dare Obasanjo)

(…) Like many companies before it, the company has done a great job of separating its public persona from the gritty reality of its business practices. Google’s business mission is to organize all the world’s information and use that to sell advertising. The great thing about this business model is that for a long time it has been a win-win for every one involved in the ecosystem. (…)

Unfortunately, Google has also hit the same problems that successful companies before it have had to face. The laws of large numbers mean that for Google to continue to be a great business for its shareholders (which includes its employees and executives) then it needs to find ways to eke even more money out of its customer base (advertisers) by giving them even more product (consumers with rich demographic and behavioral information) or by growing into new markets. (…)

For the most part Google has diverted tech press scrutiny from this ongoing attempt to monopolize data sources and hover up personal information about users for later resale using misdirection. A few years ago the Google playbook was to release some technology branded as “open” such as OpenSocial which aimed to paint Facebook as “evil”, open sourced Android which paints Apple as “evil” or Google Chrome which was released with an excellent comic book explaining why it was so open. How could one complain about Google with a straight face when they were giving all of these free services to consumers and “open” technologies to the industry? No one would buy it. This was the strategy of the old Google under Eric Schmidt and it worked beautifully.

It has been an interesting hallmark of Google under Larry Page that it doesn’t play these games anymore. Pursuing Google’s business strategies at the expense of its public image as the good guy of the technology industry is now par for the course. (…)

So what does all of this have to do with Google Reader? As Marco Arment points out in his excellent post titled Lockdown, Google is in a battle with Facebook and Twitter to suck up user demographic and behavioral data around social signals. Google Reader is literally the opposite of that strategy since it is far too decentralized when compared to the model pioneered by Facebook Pages and Twitter.

Google Reader has been living on borrowed time since Facebook and Twitter became prominent. The only thing that has changed in 2013 is that Google’s management doesn’t think it’s worth it to throw a bone to millions of geeks and early adopters by keeping the lights running on the service with its existing skeleton crew. This new Google doesn’t care if geeks and early adopters just see it as another money hungry corporation that only focuses on the bottom line. Larry Page doesn’t give a shit.

Welcome to the new Google.

 

googleletterLiebes Google,

auch wenn ich mich am Anfang sehr über Dich geärgert habe, dass Du den Reader einstellst, muss ich mich inzwischen bei Dir dafür bedanken. Du hast mir damit das Leben einfacher gemacht.

Zuerst habe ich Dich verflucht und habe die Suche nach Alternativen so lange es geht hinausgeschoben. Und ich wollte es eigentlich gar nicht wahrhaben, dass Du das wirklich machst. Am Ende habe ich sogar darüber nachgedacht aus Trotz einfach gar keine Blogs mehr zu lesen. Aber gestern und vorgestern habe ich mich aber dann doch mit Alternativen beschäftigt und meine RSS Feeds zu feedly.com migriert. Ich habe das Tool am Anfang gar nicht leider können, aber es schien mir die einzig funktionierende Alternative zu sein. Dabei habe ich gleich, weil es in Feedly so schön einfach geht  alle Abos aufgeräumt und mehr als 300 Blogs entfernt, die ich sowieso kaum gelesen habe.

Dabei habe ich auch gemerkt, dass Feedly sogar besser ist als Dein alter Reader, den Du kaum weiter entwickelt hast. Feedly ist wesentlich übersichtlicher und ich kann viel einfacher Blogs entfernen, die ich nicht mehr leses. Ausserdem habe ich das Gefühl beim Querlesen wesentlich schneller als vorher zu sein. Dadurch spare ich mir eine Menge Zeit. Das ist toll.

Danke Dir und schönen Gruß,
Julian

P.S.: Da Du mir gezeigt hast, wie sehr es mich ärgert von Dir abhängig zu sein und wie egal Dir die Bedürfnisse Deiner Nutzer sind, wenn es um Deine strategischen Interessen geht, werde ich nun auch alle anderen Google Dienste auf den Prüfstand stellen. Soweit es geht, werde ich sie entweder nicht mehr benutzen, zu anderen Anbietern umziehen oder sogar auf meinem eigenen Server selbst betreiben. Ich hab einfach keine Lust noch einmal in die selbe Falle zu laufen.

(Bild CC)

NSA-Abhörskandal PRISM: Internet-Austauschknoten als Abhörziele (heise.de)

Mindestens ein Teil des über den Internet-Knoten De-CIX laufenden Datenverkehrs wird für den BND und andere “Bedarfsträger” ausgeleitet. Das bestätigte ein Experte aus dem Umfeld des deutschen Austauschknotens gegenüber heise online. (…)

BND hat Zugriff auf deutschen Internetknoten DE-CIX (netzpolitik.org)

(…) Sowohl Justizministerien Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als auch der Vorsitzende der G10-Kommission Hans De With haben die Abhörtätigkeit der deutschen Dienste bestätigt. De With hat sogar Aussagen zum Umfang gemacht: Im Rahmen der strategischen Aufklärung werde durchschnittlich auf rund 5 Prozent des Datenverkehrs zugegriffen, die vereinbarte Obergrenze von 20 Prozent des Datenverkehrs werde fast nie ausgeschöpft. (…)

dronestrikes

Weitere Infos:

(via @kimdotcom)

“Diejenigen, die bereit sind grundlegende Freiheiten aufzugeben, um ein wenig kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.”

Benjamin Franklin

Benjamin Franklin