Archives For jhein

Porn Filter

Julian —  13. August 2013 — 3 Comments

Don’t Worry Government, I Got This Porn Filter Sorted:

So i hear the UK government wants to make a porn filter. About bloody time i reckon. I’m fed up of happily browsing the Internet for boobs, only to have non-porn related subject matter thrust down my face hole.

So taking inspiration from other great Internet filtering nations such as North Korea, China, Syria, Iran, Cuba, Bahrain, Belarus, Burma, Uzbekistan, Saudia Arabia and Vietnam I decided to help out the UK government and build an Internet filter that only allows pornographic material through.

=> Ein DNS Filter, der alles blockt, ausser pornographisches Material.

Neue EU-Regel: Sparer müssen um Guthaben unter 100.000 Euro bangen (DWN):

Im Fall der Pleite der Hausbank werden auch jene Kunden massive Probleme bekommen, deren Guthaben durch die offizielle Einlagensicherung garantiert sein sollen. Der aktuelle EU-Vorschlag sieht vor, dass Kunden im Fall einer Pleite ihrer Bank täglich nur noch maximal 100 bis 200 Euro abheben können. Dieser Zustand kann bis zu drei Wochen dauern. Wer größere Anschaffungen plant, sollte sich rechtzeitig überlegen, wie er an sein Geld kommen will.

2279398155_dfc2bea350_bAmazon hat gerade verschiedenen Kunden, die angeblich zu viele Rücksendungen hatten, das Konto gesperrt, so dass sie keine weiteren Bestellungen mehr vornehmen können. Aufgrund der Vertragsfreiheit in Deutschland kann natürlich keine Firma gezwungen werden Verträge abzuschliessen und das Vorgehen ist wohl rechtlich in Ordnung. Blöd ist es natürlich trotzdem, wenn man einen Kindle hat, für den man dann ja keine weiteren Bücher mehr kaufen kann. Oder wenn man bei Amazon AWS etwas hostet. Amazon sperrt nämlich ALLE Accounts, nicht nur die für den Shop.

Mich hat in dem Zusammenhang interessiert, wie viel Geld ich eigentlich schon bei denen gelassen habe. Immerhin bin ich seit 1999 Kunde. Zwar kann man alle Bestellungen einsehen, aber es gibt leider weder eine Statistik noch die Möglichkeit die Daten zu exportieren um dann in Excel selbst eine Gesamtsumme ausrechnen zu können. Offensichtlich wollen die gar nicht, dass ich weiss wie viel Geld ich ihnen, insbesondere wegen der einfachen Rücksendemöglichkeiten, schon hinterhergeworfen habe.

Ich habe allerdings beim Suchen in einem Forum ein Script gefunden, mit dem man die Daten aus den Webdaten abgreifen und dann weiter bearbeiten kann. Das ganze dauert etwa 2 Minuten und geht so:

  1. Das Script “amazonorders.zip” runterladen und lokal irgendwo entpacken
  2. Firefox starten
  3. “about:config” aufrufen und dort die Option “devtools.chrome.enabled” auf “true” setzen
  4. Mit dem Firefox bei amazon.de einloggen
  5. Den Menüpunkt Firefox->Web-Entwickler->JavaScript-Umgebung aufrufen
  6. In dem JS-Fenster die entpackte Datei “amazonorders.js” öffnen
  7. Den Menüpunkt Umgebung->Browser anwählen
  8. Das Script unter Ausführen->Ausführen (oder mit Strg+R) starten

Das Script öffnet dann eine Menge Tabs, liest die ganzen Bestellungen aus und generiert eine nette Liste und sogar eine komplette Gesamtübersicht inkl. Umsatz pro Jahr und Gesamt. Die Daten kann man im Firefox einfach markieren und dann in Excel einfügen und weiter bearbeiten. Mein Umsatz war übrigens dreimal so hoch wie ich vorher geschätzt hatte.

Update: Da Amazon inzwischen das Seitenlayout geändert hat, funktionierte das Script einige Zeit nicht. Inzwischen hat sich aber jemand erbarmt und den Fehler gefixt. Hier ist der Download der neuen Version “amazon-parser-master.zip”

(Bild CC)

Drohnenangriffe töten weit mehr Zivilisten, als die USA angeben (zeit.de):

700 Tote in drei Jahren, darunter 94 getötete Kinder: Ein Geheimpapier zeigt das wahre Ausmaß des Drohnenkriegs in Pakistan und überführt die US-Regierung der Täuschung. (…)

Wie die britische Journalistenorganisation Bureau of Investigative Journalism unter Berufung auf den Geheimreport berichtet, summieren die Regierungsbeamten die Zahl der Getöteten auf 746. Dabei sollen 147 davon glaubhaft als Zivilisten identifiziert worden sein, 94 der Opfer sollen demnach Kinder gewesen sein. Die Zahlen beziehen sich demnach auf Drohnenangriffe zwischen Januar 2006 und Oktober 2009. (…)

Hansjörg Geiger war seit 1995 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, von 1996 bis 1998 Präsident des Bundesnachrichtendienstes und danach Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz. Er weiss also wovon er spricht, wenn er der Überwachungsmaßnahmen der USA und England in der FAZ bescheinigt:

Das ist falsch, das ist Orwell. Die neue mögliche Quantität der Überwachung schafft eine neue Qualität.

Die Freiheit jedes einzelnen gehe laut Geiger schon dann zugrunde, wenn der Mensch nicht mehr darauf vertrauen könne, frei zu kommunizieren.

Bitte ankucken und Euren Eltern zeigen, wenn sie fragen, warum das mit der Überwachung so schlimm sein soll.

Die Links zum Sonntag

Julian —  28. July 2013 — 3 Comments

Hier die interessantesten Links über die ich diese Woche gestolpert bin:

Wildwuchs beim Kfz-Kennzeichen-Scanning in den USA am Pranger | heise online

US-Polizeibehörden speichern massenhaft automatisch erfasste Autokennzeichen oft jahrelang oder gar unbegrenzt. Größtenteils fließen dabei die Nummern Unverdächtiger in große Datenbanken mit ein. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, für die die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) 293 Strafverfolgungseinrichtungen in 38 Bundesstaaten und im Regierungsbezirk Washington zum Einsatz von Kfz-Nummernschild-Scannern befragt hat. Die ACLU warnt, dass die Ermittler anhand der Daten genaue Bewegungsprofile von Bürgern erstellen könnten. Die Informationen könnten teils auch von jedem Interessierten abgefragt werden.

Schönen Sonntag,
Julian

“Ein observierter Mensch ist nicht frei” – Ein Interview mit der Schriftstellerin und Datenschutzexpertin Juli Zeh (donaukurier.de)

Frage: In den USA kommen durchschnittlich 23 Menschen pro Jahr durch Terroranschläge um, meistens im Ausland übrigens. Aber rund 30 000 Menschen sterben durch Schusswaffengebrauch. Ist die Angst der USA gegenüber Terroristen überzogen?

Juli Zeh: Das ist es, was ich mit Scheinargumentation meine. Angesichts des Terrorismus wird so getan, als lebten wir im Kriegszustand und als seien deshalb plötzlich alle Mittel erlaubt. Das entspricht schlicht und ergreifend nicht der Realität. Die Zahl der Terroropfer in Amerika und Europa ist in den letzten zwanzig Jahre noch nicht einmal angestiegen. Es geht hier in Wahrheit um etwas ganz anderes, nämlich um den Start in ein anderes Gesellschaftssystem.

Der trojanische Innenminister (sz.de)

Das “Grundrecht auf Sicherheit” ist ein Trojaner, der sich eingeschlichen hat in die Innenpolitik in Deutschland. Als Super-Grundrecht mit eingebautem Blaulicht gefährdet er das Grundgesetz – und stellt den Rechtsstaat als Ganzes in Frage.

(…)

Ein solches Supergrundrecht stellt alles zur Disposition, was der Rechtsstaat an Regeln zur Vorbeugung, Aufklärung und Verfolgung von Straftaten eingeführt hat. Wer hier den großen Kehraus veranstalten will, der kehrt, angeblich oder vermeintlich zur Verteidigung des Rechtsstaats, genau das weg, weswegen dieser Rechtsstaat verteidigt werden muss. Dann stirbt die Freiheit an ihrer Verteidigung.

Das Grundgesetz kennt keine Sicherheit, es kennt nur Freiheit und Unfreiheit; und es gibt dem Staat auf, die Freiheit durch Achtung der Grundrechte zu verteidigen. Daraus erwächst Sicherheit.

Ich will keinen Aluhut (lawblog.de)

“Ich wage eine Behauptung. Vor keinem gesellschaftlichen Problem hat eine Regierung öffentlich so schnell kapituliert, wie es die Merkel-Administration nun bei Prism und Tempora tut. Wir wissen erst seit ein paar Wochen von der Globalüberwachung unserer Kommunikation, welche sich die USA und England anmaßen. Doch statt etwas zu tun oder wenigstens zu überlegen, was man tun könnte, zelebrieren die Verantwortlichen unverhohlen Unlust und gespielte Resignation.

(…)

Es gibt also Handlungsoptionen. Wir müssen diesen Kampf am Ende nicht unbedingt gewinnen. Aber ihn gar nicht aufzunehmen, kostet uns neben Selbstachtung auf alle Zeit die Freiheit, auch ohne Aluhut unbefangen elektronisch zu kommunizieren. Jedes für sich ist schlimm genug, beides ist eine Katastrophe.”