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Heute geht es um zwei kleine Utilities, die man nur nach einem Jailbreak auf dem iPhone installieren kann, einem das Leben aber doch deutlich einfacher machen.

Einen anderen default Browser einstellen

Das erste nennt sich Browser Changer und es erlaubt es einem den default Internet Browser, normalerweise ja Safari zu ändern. Während Apple die Installation anderer Browser wie Google Chrome oder iCab mobile unterstützt, so werden doch Links aus den verschiedenen Apps immer nur im Safari geöffnet und es gibt keinen Weg das mit normalen Mitteln zu ändern. Nach der Installation des Tools kann man in den Einstellungen einfach einen anderen installierten Browser als standard setzen und alle Links werden dann dort und nicht mehr in Safari geöffnet. Neben dem Browser kann man in dem Tools auch noch Einstellen, dass man Google Maps als Standard-App für Karten haben will und dann gehen Map Links auch im Google Tool statt in der Apple eigenen App auf. Sehr praktisch.

browserchanger  nitrous

JavaScript beschleunigen

Safari benutzt auf dem iPhone eine eigene JavaScript Engine namens Nitro, die JS in nativen Maschinencode übersetzt, so dass er schneller ausgeführt werden kann. Apple erlaubt aber anderen Browsern und Apps keinen Zugriff auf dieses System, so dass sie einen langsameren Interpreter nutzen müssen. Mit dem Tweak Nitrous kann man das System so verändern, dass auch andere Browser und vor allem auch Apps, die auf JavaScript basieren die schnellere Engine nutzen können.

folder1 folder2 folder3

Das ist das nächste Programm, das ich auf dem iPhone nicht mehr missen möchte: FolderEnhancer. Damit lässt sich das Aussehen und das Verhalten der Folder im Springboard selbst anpassen.

Im linken Screenshot sieht man schon das wichtigste Feature: Normalerweise kann man auf einem iPhone 5 bis zu 16 Apps in einen Folder packen. Gerade bei den Spielen haben aber viele Leute mehr als diese 16 Apps und dann muss man eben einen zweiten Folder anlegen. Mit dem Nachteil, dass man später nicht mehr weiss, ob Tetris jetzt in „Games“ oder in „Spiele“ liegt. FolderEnhancer um geht diese Restriktion und man kann nach der Installation unbegrenzt Apps in einen Folder legen. Wenn es mehr sind, als auf dem Bildschirm darstellbar sind, muss man eben scrollen. Genau so wie es direkt im Springboard passiert, nur eben innerhalb des Ordners.

In den Optionen des Programms kann man relativ gut einstellen, wie die Folder aussehen und sich verhalten sollen, aber das sind für meine Begriffe eher Spielereien. Trotzdem natürlich nice to have.

Ebenfalls sehr angenehm, dass die Einstellungen komplett, auch bei einem Devicewechsel erhalten bleiben. FolderEnhancer speichert seine Einstellungen in einer Datei, die von iTunes auch mit gesichert wird. Das bedeutet, dass auch auf einem neuen Gerät, nach der Installation von FolderEnhancer, alle Apps wieder dort liegen, wo man das gewohnt ist. Man muss also nicht wieder neu alles in die Ordner einsortieren.

FolderEnhancer kostet 1.99 $, ist meiner Meinung nach aber jeden Cent wert. Da es normal über den Cydia Store verkauft wird, kann man es, wie im iTunes Store auch, auf jedem neuen Gerät sofort installieren, ohne erneut zahlen zu müssen.

iPhone Jailbreak: SBSetting

Julian —  19. Februar 2013 — Leave a comment

sbsettingsconfig

Fangen wir gleich mal mit dem wichtigsten Programm an, dass man über Cydia und damit nur, wenn man einen Jailbreak hat, installieren kann: SBSettings. SB steht dabei für Springboard. Das ist die App, die beispielsweise den Homescreen darstellt, den WindowServer implementiert und viele Einstellungen des iPhones managed. Also quasi das was man sieht, wenn man keine App offen hat.

Mit SBSettings kann man eine Vielzahl von Einstellungen vornehmen, ohne die aktuelle App verlassen zu müssen. SBSetting schiebt sich wie eine Art Pop-Up einfach über den aktuellen Screen und schliesst sich sofort wieder nach dem Klicken auf einen der Buttons. Aktiviert wird sie, indem man horizontal über die obere Menüleiste streicht. Wobei sich dieser Aufruf aber auch anders definieren lässt.

Auf dem Screenshot sieht man ein paar Beispiele, was sich alles schalten lässt. Die einzelnen Buttons, Toggles genannt lassen sich dabei selbst festlegen und über das Cydia Repository kann man viele weitere Toggles nachladen.

Ich verwende es regelmäßig um verschiedene Netzdienste wie WLAN, 3G, Bluetooth oder den Airline Modus ein- oder auszuschalten. Auch die Einstellung der Bildschirmhelligkeit, beispielsweise nachts im Bett ist recht praktisch. Zusätzlich kann man mit dem Tool noch ein paar Customizations vornehmen: Beispielsweise in der Titelleiste neben der Uhr auch das aktuelle Datum einblenden oder ungenutzte Apps wie den Zeitungskiosk ausblenden.

SBSettings ist komplett kostenlos. Deswegen sieht man in den Optionsdialogen – und auch nur dort – ein paar Banner eingeblendet.

Als Apple das iPhone das erste Mal vorgestellt hat, war der Jailbreak für deutsche Anwender ganz normal. Zumindest wenn sie keine Kunden der Deutschen Telekom waren. Denn anders ließ sich das günstig in den USA erworbene, aber starr an AT&T gelockte iPhone in Deutschland ja gar nicht in Betrieb nehmen. Zuerst der Jailbreak und dann der Unlock, der das ganze dann auch mit anderen SIM Karten gangbar gemacht hat.

Inzwischen ist das ja nicht mehr so kompliziert. Zuerst gab es in Italien SIM-Lock freie iPhones und inzwischen bieten sie Apple ja gottseidank auch international ohne SIM-Lock an. Ich bin wirklich froh, dass es eine Alternative zu diesem Blödsinn gibt. Gerade wenn man viel reist und in anderen Ländern auch lokale SIM Karten nutzen will, gibt es ja fast keine Alternative und ich würde mir heute ein Telefon mit SIM Lock auch nicht mehr kaufen. Zum einen ist es in einigen Ländern, unter anderem den USA inzwischen illegal und in der Regel auch recht kompliziert.

Anders sieht es aber mit dem Jailbreak aus. Entgegen anders lautender Gerüchte ist das natürlich völlig legal. Solange man die Software des Herstellers nicht abgeändert wieder in den Verkehr bringt, kann man mit seinem einmal erworbenen Telefon und auch der darauf installierten Software erst einmal machen was man will. Und das ist gut so.

Allerdings muss ich mich inzwischen für meinen Jailbreak schon fast ein bisschen auslachen lassen und viele meiner Freunde und Bekannten, die das früher bei jeder neuen iOS Version als erstes gemacht haben, sind inzwischen zu faul geworden. Ich denke das hat schon auch seinen Grund, denn es gab mal eine Zeit in der der Jailbreak recht kompliziert, arbeitsaufwendig und auch fehleranfällig war. Und ich kann mich selbst erinnern, mein iPhone nach der einen oder anderen unbedachten Programminstallation wieder komplett aufgesetzt zu haben. Inzwischen ist die Sache aber wieder kinderleicht geworden und auch beim Installieren von Cydia Programmen ist mir schon lange kein größeres Problem mehr unter gekommen.

Dazu kommt, dass ich mir ein iPhone ohne Jailbreak schon lange kaum noch vorstellen kann. Apple macht zu viele Dinge anders als ich das will und es gibt zu viele Programme, die sich nur mit einem Jailbreak installieren lassen, auf die ich nicht mehr verzichten kann und will. Viele Funktionen die iOS heute aus der Box anbietet waren früher nur mit Jailbreak Apps korrigierbar und viele neue Funktionen aus iOS 6 gab es schon lange vorher, wenn man ohne Genehmigung von Apple eigene Apps installieren konnte. Beispielsweise konnte man die nervige Autokorrektur schon lange bevor sich Apple herabgelassen hat eine Option dazu anzubieten, per Jailbreak deaktivieren. Oder das Notification Center auf dem Lockscreen gab es schon mehr als ein Jahr vorher über eine Cydia App namens Lockscreen.

Obwohl ich schon am ersten Tag, als man das iPhone 5 in den USA kaufen konnte, in San Francisco zugeschlagen habe, habe ich das Gerät doch erst vor ein paar Tagen, als der Jailbreak für iOS 6 veröffentlicht wurde, in Betrieb genommen. Bis dahin lag es in der Schublade und ich habe weiter mein iPhone 4S mit iOS 5 benutzt. Ich hatte zwar meine Daten draufgespielt, aber ohne den zusätzlichen Komfort des Jailbreak hat es mir einfach keinen Spass gemacht.

In den nächsten Blogposts will ich mal ein paar dieser Apps vorstellen und damit zeigen warum sich ein Jailbreak immer noch lohnt.

(Bild CC)