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Jeder von uns hat sicher eine Menge Zeugs zu Hause, dass Regale und Schubladen verstopft und man eigentlich digital ablegen könnte. Beispielsweise Fotos, DVDs, CDs aber auch Rechnungen und Briefe. Wenn man diese Dinge erst einmal digital abgelegt hat, nehmen sie nicht nur wesentlich weniger Platz weg, sondern man findet sie auch noch viel einfacher wieder. Weil man elektronisch einfach besser suchen kann.

Folgende Dinge eignen sich meiner Meinung nach besonders gut dazu nur noch digital aufgehoben zu werden. Aufgrund der Länge teile ich das in mehrere Artikel auf. Los geht es mit diesen:

CDs, Schallplatten und jede andere Art von Tonträgern

Die meisten von uns sind ja sicher noch in der Zeit vor MP3 und iTunes aufgewachsen und haben vielleicht sogar noch die ein oder andere Kassette oder Schallplatte zu Hause rumliegen. Falls nicht, so doch zumindest CDs.

Die sind zwar schon digital, aber liegen ja doch noch als Gegenstände im Weg rum. Dabei lassen sich sich so einfach am Computer mit Tools wie iTunes auf die Platte rippen und so dann irgendwo ablegen. Kassetten und Schallplatten sind schon etwas arbeitsaufwendiger. Wenn man noch entsprechende Geräte zu Hause hat einfach an den Rechner anschliessen, digitalisieren und dann mit Tools wie Audacity in einzelne Tracks zerlegen. Hat man keine passenden Abspielgeräte mehr, kann man sich sicher noch im Bekanntenkreis welche leihen und dann anbieten, dass man die Dinger gleich entsorgt. So tut man seinen Freunden auch noch einen Gefallen, weil sie das nutzlose Ding auch endlich los sind. Wenn man eine recht große Sammlung hat, gibt es im Fachhandel auch Plattenspieler und Kassettendecks mit USB Anschluss. Damit geht das dann noch ein bisschen einfacher. Kann man kaufen, alles digitalisieren und dann wieder bei ebay verscherbeln. In der Regel macht man so nur einen relativ kleinen finanziellen Verlust.

Das tolle ist, wenn man alles digitalisiert hat, kann man auch gleich die alten Abspielgeräte wegwerfen. Das spart weiteren Platz und zieht im Wohnzimmer weniger Staub an. Ich hab inzwischen bis auf einige Stücke die ich aus reiner Nostalgie aufhebe, keine einzige Kassette, Schallplatte oder CD mehr und in unserem Wohnzimmer befindet sich weder ein Kassetten- noch ein CD-Player. Zum Abspielen kann man, je nach Geldbeutel, einen einfachen MP3 Player an die Stereoanlage anschließen, sich einen HiFi MP3 Player anschaffen oder ganz komfortabel ein Sonos System verwenden. Das ist der ultimative Luxus.

Fotos und Bilder

OK, alle neueren Bilder die man so macht, sind wahrscheinlich bei jedem von uns sowieso schon digital. Nicht einmal meine Eltern machen noch analoge Bilder. Ich würde dringend davon abraten so wie früher Abzüge zu bestellen. Die kuckt doch eh keiner mehr an. Der einzige würdige Nachfolger ist meiner Meinung nach das Fotobuch. Von tollen Urlauben oder speziellen Events kann es sich schon lohnen mal ein Fotobuch anzufertigen, wobei ich auch in der Familie immer öfter die Bilder nur auf dem iPad rumzeige. Interessiert doch letztendlich eh niemanden, wie das Buffet beim letzten All-Inclusive Urlaub ausgesehen hat.

Aber auch die alten, schon bestehenden Papierbilder lassen sich digitalisieren. Eine Alternative ist sich einen guten Scanner, der wird später sowieso benötigt, anzuschaffen und damit die Papierbilder einzuscannen. Wenn man über eine sehr große Sammlung verfügt oder einen hohen Anspruch an die Bildqualität hat, dann sollte man sich einen speziellen Diascanner besorgen und damit die Negative oder Dias einscannen. Auch denn kann man ja, wenn man mit allen Bildern durch ist, via ebay an den nächsten Bedürftigen weitergeben. So kostet er dann letztendlich nur eine kleine Nutzungsgebühr in Form des Wertverlusts.

Visitenkarten

Auch wenn viele die gute alte Visitenkarte schon für tot erklärt haben, finde ich immer noch, dass es keinen einfacheren und vor allem würdigeren Weg gibt jemand anderem seine Kontaktdaten zu übergeben. Alle elektronischen Wege, mal von der eMail abgesehen, haben sich irgendwie nicht durchgesetzt oder sind meiner Meinung nach zu kompliziert. Oder hat es bei jemanden schon mal beim ersten Versuch geklappt die Kontaktdaten per Bluetooth an ein anderes Handy zu senden. Also beim mir nicht.

Aus Respekt vor dem Übergeber, stecke ich die Karte erst einmal ein. Später mache ich mir auf der Karte eine kurze Notiz und fotografiere sie entweder gleich ab oder tippe die Adresse später ein. Am Ende landen sie dann entweder in meinem privaten Adressbuch oder unsere Firmen-CRM. Es gibt zwar eine Menge Tools, die versprechen Visitenkarten per OCR automatisch zu digitalisieren, aber ich habe da noch kein wirklich gutes Tool gefunden. Meistens bin ich mit dem manuellen Abtippen schneller, insbesondere wenn man immer nur ein paar Karten zu digitalisieren hat. Nach einer erfolgreichen CeBIT kann das anders aussehen.

Bücher und Zeitschriften

OK, das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber seitdem ich einen Amazon Kindle habe, überlege ich bei jedem Buch, dass es nur in Papierform gibt, ob ich das wirklich brauche und kaufe es nur dann, wenn es gar nicht anders geht. Ansonsten verwende ich nur noch digitale Bücher und nur meine Eltern sorgen noch dafür, dass ich hin und wieder ein echtes Buch in der Hand habe. Der einzige Ort an dem man wirklich noch totes Holz benötigt ist im Flugzeug während Start und Landung.

Das tolle am Kindle ist, dass man sowohl auf dem E-Book Reader selbst, wie auch dem iPhone, iPad und sogar dem Notebook alle seine digitalen Bücher jederzeit dabei hat. Sogar die zuletzt gelesene Stelle wird dabei synchronisiert.

Da ich mich ungern von altem Zeugs trenne, habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft irgendwelche Bücher wegzuwerfen. Ich versuche aber zumindest die Anzahl der neuen Bücher möglichst niedrig zu halten. Wer da weniger Skrupel hat, sollte alles bis auf ein paar Liebhaberstücke verscherbeln, im Bekanntenkreis unterbringen oder wegwerfen. Selbst wenn man jedes Buch, dass man später wirklich vermisst dann als digitale Version noch einmal kauft, wird man auf kaum mehr als 10 Stück kommen. Ich würde mich fast trauen da Wetten anzunehmen.

Morgen schreibe ich dann einen weiteren Post mit mehr Dingen, die man in Zukunft rein digital aufheben kann.

(Bild CC)

E-Books Fluch und Segen

Julian —  9. Februar 2012 — 4 Comments

Seit einigen Monaten habe ich einen Kindle und ich finde, dass es aktuell kein besseres Gerät gibt um E-Books zu lesen. Aber ich bin mir noch nicht sicher ob ich auch ein Freund von E-Books an sich werde. Ich würde sie eigentlich schon gerne mögen und ich glaube auch, dass sie sich langfristig durchsetzen werden. Schließlich haben sie eine Menge an Vorteilen. Die wichtigsten sind meiner Meinung nach:

  • Der viel einfacherer Transport.
    Ich befinde ich mich ja gerade auf einer längeren Reise und nur durch einen E-Book Reader ist es überhaupt möglich, viele Bücher mitzunehmen. Da ich relativ schnell und zumindest auf Reisen aus sehr viel lese, komme ich locker auf 2 oder 3 Bücher pro Woche. Auf dem herkömmlichen Weg wäre das vollkommend unmöglich gewesen und mehr als 2 Bücher hätte ich kaum mitnehmen können. Der Lesestoff wäre mir schon in der ersten Woche ausgegangen.
  • Die ständige Verfügbarkeit.
    Zumindest die Kindle E-Books kann ich überall lesen. Neben dem eigentlichen Kindle Reader gibt es eine Software für den Rechner oder das Notebook und eine App für die meisten Telefone. Selbst wenn also der Kindle zu Hause liegt, kann ich auf dem Telefon weiter an meinem aktuellen Buch lesen. Vielleicht etwas weniger komfortabel, aber es geht. Und da sich die Geräte synchronisieren, weiss mein Telefon sogar, wo ich gestern auf dem Mac aufgehört habe.
  • Die Unzerstörbarkeit.
    Sofern man ein Backup hat, sind die Bücher eigentlich unzerstörbar. Wenn ich im Urlaub meinen Reader in den Pool fallen lasse, ist das Gerät natürlich kaputt, aber meine Bücher sind es nicht. Entweder habe ich hoffentlich zu Hause noch ein Backup oder im Falle des Amazon Kindle speichern die alles für mich. Ich muss mir nur ein neues Gerät besorgen (oder auf das Handy ausweichen) und kann weiterlesen.
  • Die viel einfachere Beschaffung.
    Das ist für mich der wichtigste Vorteil. Zwar ist es zu Hause in Deutschland noch vergleichsweise einfach schnell an Bücher zu kommen, indem man einfach in die nächstgelegene Buchhandlung geht. Aber im Ausland gilt das natürlich nicht mehr, hier gibt es allerhöchstens am Flughafen ca. 20 Bücher und zwar die, die die deutsche Hausfrau gerne am Strand ließt. Englische Bücher gibt es noch ein paar mehr, aber natürlich auch eher Romane. Zur Zeit hat man evtl. noch Glück mit der Steve Jobs Biographie. Die gibt es überall – ich hab sie aber leider schon gelesen. Bei der Beschaffung von Büchern liegt das E-Book einfach ganz weit vorne, denn ich logge mich bei Amazon ein und kann schon 2 Minuten später mit dem Lesen anfangen. Selbst in Deutschland ist das unschlagbar schnell, denn die Lieferung eines gedruckten Buchs kommt im besten Fall auch erst am nächsten Tag.

Es gibt noch weitere Vorteile für den Anwender und die Allgemeinheit, aber die finde ich nicht so spannend. Weniger Papieverbrauch? Naja, das wird schon nicht so schlimm sein. Volltextsuche? Habe ich noch nie benützt. Weniger Platz? Ist mir zu Hause egal. Variable Schriftgrößen oder Anmerkungen im Buch? Naja, allenfalls nice to have.

Aber neben diesen Vorteilen gibt es auch Nachteile. Zahlenmässig sind das zwar weniger, aber ich finde sie inhaltlich wesentlich bedeutender:

  • Die E-Books gehören mir nicht wirklich.
    Zumindest beim Kindle und bei Apple kann ich ausser Lesen fast nichts machen, was mit einem normalen Buch möglich wäre: Ich kann es nicht an jemanden verleihen und ich kann es nicht verkaufen, wenn ich es nicht mehr brauche. Genauso kann ich ein E-Book weder weiter verschenken, wenn ich es gelesen habe, noch überhaupt verschenken. Zumindest nicht richtig. Es wird schon eine Möglichkeit geben, einen Amazon Gutschein zu schenken oder irgendwo einen Code zu bekommen, mit dem sich jemand anderes dann kostenlos das Buch downloaden kann, aber das ist ja nicht das selbe. Wie bei einer Software hat man eigentlich nur noch eine Lizenz die einem die Nutzung erlaubt, aber das wars dann schon. Letztendlich hat man das Buch eigentlich nur ausgeliehen.
  • Die Preise sind zu hoch.
    Viele Leute werden argumentieren, dass es ein Vorteil ist, dass E-Books etwas günstiger sind als gedruckte Bücher, Aber dafür, dass man das E-Book letztendlich nur ausgeliehen hat, sind mi die Preise zu hoch. Deutsche E-Books kosten meistens fast das gleiche wie das gedruckte Buch und das ist angesicht der gesparten Kosten bei Druck, Logistik, usw. eigentlich eine Frechheit. Ausländische Bücher sind sind meistens so 20% günstiger, aber das ist als „Leihgebühr“ immer noch zu teuer. Zumal ja der komplette Gebrauchtmarkt wegfällt, da man die Bücher eben nicht verkaufen oder weiter verschenken kann müssen ja mehr Bücher gekauft werden. Das ist in der aktuellen Diskussion bei den Schulbüchern von Apple ein interessanter Punkt. Die amerikanischen Schulbuchverlage, die da mitmachen, haben sich auf ca. 30% des normalen Preises eingelassen. Da gedruckte Schulbücher in der Regel drei Jahre lang genutzt werden, die neuen Versionen auf dem iPad aber nicht weitergegeben werden können, erwarten die trotzdem den gleichen Umsatz.

In diesem Zusammenhang vielleicht auch interessant, dass man immer mal wieder hört, dass der hohe Preis von E-Books in Deutschland an der Buchpreisbindung läge. Das stimmt aber nicht, denn die verbietet nur dass das gleiche Produkt bei verschiedenen Händlern für unterschiedliche Preise verkauft wird. Genau wie bei der gebundenen Ausgabe und dem Taschenbuch darf der Verlag auch für das E-Book einen anderen Preis nehmen. Den legt er völlig frei selbst fest. Allerdings sind in dem E-Book die normalen 19% MwSt. statt der vergünstigten 7% bei gedruckten Büchern enthalten.

In Summe überwiegen für mich die Vorteile von E-Books, aber gleichzeitig ärgere ich mich eigentlich, dass ich mich so verarschen lasse beim Eigentum an den Büchern und beim Preis. Mein Wunsch wäre, wenn man beim DRM schon nichts machen kann, dass E-Books etwa 30% des gedruckten Buches kosten und dass ich, wenn ich das gedruckte Buch kaufe, das E-Book kostenlos dazu bekommen. So kann ich zu Hause die Papierversion lesen und mich an der Haptik erfreuen und unterwegs auf das E-Book ausweichen. Seit dem ich den Kindle habe, kaufe ich jetzt schon wesentlich mehr Bücher als früher, also werden die Verlage auch nicht weniger an mir verdienen. Apple hat mit den MP3s und den Apps doch schon gezeigt wie man Content verkauft und dass bei günstigeren Preisen auch mehr gekauft wird. Vor allem lohnt sich die Piraterie nicht mehr, weil wegen der geringeren Preise sich niemand mehr die Arbeit macht durch Viren, Spam und Ads verseuchte Websites zu wühlen. Bis da hin müsste ich mich eigentlich beim Kaufen von E-Books noch ein bisschen zurückhalten.

(Foto CC von 49365126@N07)