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Noch ein interessantes Abo Commerce Model, leider nur in den USA:

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Die Weltrettung funktioniert übrigens, indem 10% der Einnahmen an Hilfsorganisationen gespendet werden.

Die Idee ist mir schon gekommen während ich die letzte Idee zusammengeschrieben habe, die SaaS Lösung für Abo Commerce Anbieter. Warum nicht die Macht über das Abo in die Hand der Kunden legen? Warum sollen sich die Käufer vorgeben lassen welche Produkte sie in welchen Abständen, zu welchem Preis als Abo haben wollen. Das können die doch selber viel besser.

Bei der Idee handelt es sich um einen Dienst mit dem man beliebige Produkte und Dienstleistungen bei einer Vielzahl von Anbieter abonnieren kann. Der Dienst agiert dabei nur als Scheduling Mechanismus, der die Zeitpläne und Bestellungen verwaltet und zum nächsten Ausführungszeitpunkt beim Anbieter eine Bestellung auslöst. Quasi wie ein crond für Bestellungen.

Ich spiels mal anhand eines Beispiels nach: In jedem Haushalt gibt es eine Unmenge an Artikeln, die man immer wieder neu und in regelmässigen Abständen benötigt. Beispielsweise Toilettenpapier,  neue Zahnbürsten, Getränke, Waschpulver, Salz für die Geschirrspülmaschine, Staubsaugerbeutel, Windeln und viele viele weitere. Manche Dinge, wie die Getränke hat man irgendwie in seine normalen Abläufe integriert, aber beispielsweise Staubsaugerbeutel finde ich eine Katastrophe: Das bemerkt man viel zu spät, dann vergisst man es zwanzig mal aus der Stadt mitzubringen, danach 10 mal bei der nächsten Online-Bestellung mitzubestellen und irgendwann ist die Wohnung so dreckig, dass man sie einzeln irgendwo bestellt und auch die extra Versandkosten egal sind, nur damit man die Sache endlich vom Tisch bekommt.  Zumal man bei so seltenen Teilen auch jedesmal nachsehen muss, was man GENAU braucht und gerne auch mal zuerst das falsche Model bestellt.

Naja, vielleicht ist das ein kleines bisschen übertrieben, aber es wäre doch viel angenehmer, wenn ich zweimal pro Jahr neue Staubsaugerbeutel automatisch ins Haus geschickt bekomme. Im Optimalfall werde ich sogar vorher noch kurz gefragt, ob ich sie auch wirklich brauche oder es auch mit der nächsten Lieferung in 6 Monaten noch ausreichend ist.

Das ganze hätte, neben der viel leichteren Nachschubversorgung auch eine gewisse Reminderfunktion. Man braucht sich nicht mehr zu merken wann man die Zahnbürste gewechselt hat, sondern wenn die neue Bürste kommt, schmeisst man die alte eben weg.

Der universelle Abodienst

Den neuen Dienst stelle ich mir so in der Art vor: Wenn ich das erste Mal feststelle, dass ich offensichtlich regelmässig Zahnbürsten benötige, logge ich mich in das Tool ein und erstelle einen neuen Aboauftrag für meine Zahnbürste. Ich suche mir dazu aus der Datenbank des Anbieters oder bei einem der angebundenen Händler ein Model aus, konfiguriere in welchen Intervallen ich das gerne haben möchte und ab wann es losgehen soll. Sobald wieder eine entsprechende Lieferung ansteht, meldet sich der Dienst bei mir per E-Mail und fragt nach, ob ich den Gegenstand aktuell wirklich brauche. Direkt in  der E-Mail (HTML, AJAX und so) habe ich die Möglichkeit die Lieferung komplett abzubrechen oder um ein paar Tage nach hinten zu verschieben. Reagiere ich gar nicht, wird das nach 24 Stunden als Bestätigung gewertet und die Bestellung wird wie ursprünglich gewünscht ausgeführt. Wenn man die Bestellung nach hinten verschiebt erhält man nach dieser Zeit wieder eine neue Nachfrage und könnte theoretisch noch einmal reagieren. Sobald die Bestellung ausgeführt wird, passt sich das Intervall automatisch der Verschiebung an, d.h. in Zukunft ist das Intervall etwas länger.

Die Komplexität vor den Usern verstecken

Was die Sache wirklich interessant machen würde, wäre zu versuchen ein bisschen nach der Philosophie von Apple die Komplexität des Systems möglichst vor den Usern zu verbergen. Der Dienst könnte aus den Informationen die ich rückmelde, versuchen automatisch die besten Intervalle zu errechnen. Oder vielleicht muss man sogar überhaupt nur wenig Einstellungen selbst definieren. Das System könnte das Timing komplett automatisch berechnen aus:

  • einem Standardwert für die entsprechende Artikelkategorie
  • einem Durchschnittswert anderer Abonnenten
  • und wenn ich schon länger dabei bin auch aus meinem bisherigen Verhalten

Das Intervall pendelt sich quasi wie ein Regelkreis bei der Heizung aufgrund der Ausgangswerte und meiner Feedbacksauf einem optimalen Wert ein. Am besten fragt mich der Assistent nur ganz wenig: 1. Was willst Du? 2. Brauchst Du das selten, normal oder oft? Und dann gehts schon los. Auch eine Verkürzung wäre möglich. Wenn ich mich einlogge habe ich einen „Ich brauch das sofort“ Button, der eine sofortige Lieferung auslöst und mein Scheduling für die Zukunft nach unten korrigiert. Das würde auch das Interface sehr einfach machen. Man hat quasi nur ein AJAX Eingabefeld für den Artikel, einen Pfeil nach oben (schneller), einen Pfeil nach unten (langsamer) und einen Button für die Sofortlieferung.

Theoretisch könnte man die Intelligenz auch auf das Produkt an sich ausbauen. Ich definiere gar nicht genau, welche Zahnbürste ich genau möchte, sondern gebe vielleicht nur ungefähre Rahmendaten an und gebe dann Feedback zu den bisherigen Zahnbürsten. Der Algorithmus könnte dann lernen, dass ich gerne die mittelharte Bürste von Dr. Best möchte. Naja, das ist vielleicht ein bisschen zu herausfordernd und bei den Staubsaugerbeuteln macht es auch wenig Sinn, wenn die KI erst einmal auf meine Kosten erraten muss, welchen Staubsauger ich zu Hause stehen habe. Wobei man am Akinator ja sehen kann, was man aus bisher gegebenen Antworten alles lernen kann.

Was der Dienst aber auf jeden Fall machen sollte, ist mehrere Lieferungen in kurzer Zeiteinheit zu einer oder wenigen Lieferungen zusammen zu fassen. Zumindest wenn der Kunde das wünscht, weil er kein Amazon Prime hat oder sonstwo kostenlose Lieferungen angeboten werden.

Monetarisierung

Grundsätzlich denke ich, dass dieser Dienst seinen Nutzern einen sehr hohen Nutzen bietet und anfangs wahrscheinlich auch kaum Konkurrenz hätte, so dass man durchaus einen Preis für diese Leistungen verlangen könnte. Am besten wahrscheinlich im Rahmen eines Freemium Models, also so dass ein kleines Paket mit einer begrenzten Anzahl an Artikeln komplett umsonst ist. Erst wenn man sehr viele Artikel automatisieren will, muss man in ein bezahltes Paket wechseln. Zur Verbreitung könnte man ähnlich wie Dropbox für jedem geworbenen User einen Artikel mehr als Abo aufnehmen. Dieses virale Prinzip hat sich ja schon öfter bewährt.

Mehr Potential sehe ich allerdings in den Provisionen, die durch die Weiterleitung der Bestellungen an einen Anbieter entstehen. Das könnte schon zur Finanzierung des Dienstes ausreichen. Eventuell macht das Freemium Model aber trotzdem Sinn, damit man die Geschichte mit den Weiterempfehlungen funktioniert. Wenn das ganze dann irgendwann sehr gut läuft, dann könnte man anfangen die Bestellungen auch von den Lieferanten zu trennen. Dann würde man alle Zahnbürsten der nächsten 3 Monate bündeln, ausschreiben und durch den ausliefern lassen, der den besten Preis anbietet.

Fazit

Ich muss ehrlich gesagt sein, dass ich ausser einiger Zeitschriften oder Mitgliedschaften kaum Abonnements habe. Das liegt aber mehr daran, dass ich zum Steak essen lieber in ein Restaurant gehe und meine Socken so selten kaputt gehen, also aktuell einfach die falschen Dinge im Abo angeboten werden. Für mich würden Alltagsdinge, insbesondere aus dem Körperpflege- und Reinigungsbereich am meisten Sinn machen. Dort würde ich das vermutlich sehr intensiv nutzen, vor allem wenn es so einfach zu bedienen wäre. Die Frage ist natürlich ob das andere Leute auch für sinnvoll halten.

Haltet Ihr das für eine gute Idee? Würdet Ihr das nutzen?

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Trend Abo Commerce

Deutsche Startups hat jetzt ja schon mehrfach Abo Commerce als neuen großen Trend in der Startup Szene ausgemacht. Wenn ich mich recht erinnere hat das ganze vor einigen Jahren mit Blacksocks, einem Abo Service für Männersocken angefangen und inzwischen gibt es das ganze wahrscheinlich für fast alle Bereiche des Lebens. So liefert Glossybox Schminke, der ChicChickClub Schuhe und es gibt Abos für Steaks, WindelnLebensmittel oder Tampons.

Ich finde das eine nützliche Sache. Für den Konsumenten ist es eine Vereinfachung des täglichen Lebens, weil man weniger an bestimmte Dinge denken muss und dem Anbieter beschert es einen kontinuierlichen und besser zu prognostizierenden Cash Flow, weil er seine Abos einfach in die Zukunft hochrechnen kann. Ich gehe deswegen davon aus, dass der Trend sich fortsetzen wird und dann immer mehr Anbieter auf diesen Zug aufspringen wollen. Sie stehen dann alle vor der Frage, wie sie das technisch umsetzen wollen.

Mietlösung für Abo Commerce

Aktuell nehme ich an, dass wie in den frühen Tagen der Onlineshops auch, die Anbieter mangels vorhandener Software wohl eigene Lösungen implementieren (lassen) werden. Entweder komplett individuell oder als Erweiterungsmodule für bestehende Shopsysteme. Für Magento und OXID gibt es auch schon die ersten, einfachen Module zur Verwaltung von Abonnements.

Da es sich um einen vergleichsweise neuen Trend mit noch wenig Konkurrenz handelt, kann man seine Artikel noch mit einem Aufpreis gegenüber dem normalen Ladenpreis verkaufen. Und durch den zusätzlichen Komfort kann man den Preisaufschlag auch begründen. Je mehr Anbieter aber auf diesen Zug aufspringen, desto größer wird der Wettbewerb, desto kleiner werden die Margen und desto größer wird die Nachfrage nach einfach zu implementierenden Softwarelösungen für dieses Thema. Zusätzlich werden wohl auch normale Anbieter Abonnements anbieten. Weniger wegen des neuen und trendigen Geschäftsmodels, sondern einfach weil sie es können und dadurch ein zusätzliches Umsatzpotential sehen. Amazon bietet auf seine Artikel im sogenannten Spar-Abo sogar einen Rabatt von 10% auf den regulären Verkaufspreis.

Die Idee besteht in einer spezialisierten Mietlösung zur Umsetzung eines Abo Commerce Angebots, ähnlich wie man aktuell bei Amazon, Shopify oder Tradoria Rakuten in sehr kurzer Zeit einen Shop aufsetzen kann. Man erstellt dort seinen Aboshop, legt die – in der Regel wenigen – Produkte an, die man anbieten möchte und definiert die verschiedenen Abozyklen in denen versendet wird, sowie alle weiteren notwendigen Parameter.

Herausforderungen des Abo Commerce

Der Dienst übernimmt dann die komplette technische und organisatorische Abwicklung des Abos, insbesondere die Verwaltung der Abonnenten, inklusive Neuanmeldungen, Kündigungen oder Wechsel zwischen den verschiedenen Modellen oder Stufen. Ebenso erfolgt die komplette Zahlungsabwicklung über den Dienst.

Auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht, als ob man eine bestehende Shoplösung einfach um Funktionen für die Abonnements erweitern kann, glaube ich, dass es doch eine größere Herausforderung ist als man denkt und deswegen eine eigene Abo Plattform Chancen gegen die etablierten Shopanbieter hat. Bedenken müsste man beispielsweise die verschiedenen Abschlusszeitpunkte der Abonnements und damit auch die daraus entstehenden Kündigungsfristen. Kann der Kunde während des laufenden Abos in eine andere Stufe wechseln? Falls ja nur in ein größeres Paket oder auch in ein kleineres Abo? Gilt dieser Wechsel nur für den nächsten Monat oder ab jetzt für alle weiteren Lieferungen? Gibt es die Möglichkeit einen Abozyklus  zu pausieren, ggf. wie oft pro Jahr kann pausiert werden?

Auch in der Zahlungsabwicklung ergeben sich durch die regelmäßigen Abbuchungen neue Herausforderungen. Kreditkarten haben beispielsweise nur eine begrenzte Laufzeit und irgendwann kann davon nicht mehr eingezogen werden. Das Abo läuft aber weiter und es entstehen weitere Forderungen. Ähnliches gilt für den Bankeinzug, bei einer einmaligen Zahlung liegt die Wahrscheinlichkeit das ein Girokonto die notwendige Deckung aufweist ungleich höher als bei der einer Abbuchung nach 36 Monaten. Dadurch ergeben sich im Forderungsmanagement neue und komplexere Prozesse als in einem normalen Shop.

Monetarisierung

Das scheint mir eine sehr einfache Sache zu sein: Der Anbieter der Plattform erhält analog zu den normalen Mietshop-Lösungen eine monatliche Grundgebühr und/oder einer prozentuale Beteiligung am Umsatz.

Was haltet Ihr von der Idee? Bitte stimmt ab und schreibt Eure Meinung oder was Ihr anders machen würdet in die Kommentare.

(Foto CC von ceonyc)

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